MGV Concordia 1882 Hennef/Sieg e.V. im Jubiläumsjahr auf Sängerreise in Ungarn 1. – 8.7.2007

Ungarnreise 2007 - Ein Fotoband
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Anreise 

Mit 105 Personen an Bord starteten die beiden Busse von ZiK-Gruppenreisen mit der Concordia-Familie am Sonntagfrüh von Hennef in Richtung Passau. Nach ausgiebigen Frühstücks- und Mittagspausen traf die fröhliche Reisegesellschaft am Nachmittag in Passau, der ersten Station auf dieser Reise ein. Im ****Hotel „Weißer Hase“ wurde eingecheckt und dann an diesem sehr warmem Sommerabend die Innenstadt erkundet. Dem Dom mit der größten und wohl berühmtesten Orgel Deutschlands galt das Interesse vieler Henneferinnen und Hennefer, aber auch ein Spaziergang an der Donau entlang mit Abschluss in den schönen Wein- und Biergärten der Stadt rundeten den ersten Reisetag vollkommen ab.

Am nächsten Morgen nach einem reichhaltigen Frühstücksbüffet ging es dann weiter durch Österreich Richtung ungarische Grenze. Dort hatte die Reisegesellschaft das zweifelhafte Vergnügen, über die Vorteile des sog. „Schengener Abkommens“, das für die EU-Staaten u.a. die Passkontrollen regelt, ausführlich 2 Stunden lang zu diskutieren. Da Ungarn noch nicht zu den EU-Staaten gehört, die dieses Abkommen unterzeichnet haben, war eine genaue Ausweiskontrolle die Folge. Dabei fiel auf, dass ein Personalausweis abgelaufen war; eine langwierige Überprüfung war die Folge.

Nach nervtötendem Warten ging es schließlich doch weiter und alle trafen erleichtert gegen 19.00 Uhr im ****Hotel Hungaria in der Innenstadt von Budapest ein, wo unsere beiden Fremdenführerinnen, mit denen wir die nächsten Tage verbringen würden, bereits warteten

Budapest - eine eindrucksvolle Metropole

Die Temperaturen luden auch hier nach dem ausgezeichneten Abendbüffet mit Geigenbegleitung zu einem ersten Stadtbummel ein, und zum Glück sind auch dort Straßencafes und Biergärten in ausreichender Anzahl vorhanden. 

Am nächsten Tag ging es mit den beiden sehr sympathischen „Ungarnmädels“ auf Entdeckungsreise durch die Ungarnmetropole. Das Burgviertel, die Fischerbastei, der Heldenplatz, das Parlament und viele historische Gebäude und Plätze hinterließen einen tiefen Eindruck auf die Hennefer Gruppe. Nachmittags standen dann individuell die Markthalle, die Flaniermeilen der Innenstadt und natürlich das Café New York auf dem Programm.

Ein besonders ergreifender Chorauftritt

Mit einer intensiven Gesangsprobe bereiteten sich die Sänger dann auf ihren wichtigen Auftritt vor. Schließlich stand um 18.00 Uhr die musikalische Messgestaltung in der wohl bekanntesten Budapester Kirche, der Krönungs- oder Stephanskirche auf der Fischerbastei an. Unter dem Dirigat von Sänger Günter Doppelfeld, der die musikalische Leitung für den erkrankten Chorleiter Christian Köppl übernommen hatten, sang der Männerchor bekannte sakrale Chorsätze, die so begeisterten, dass selbst der musikalische Direktor der Kirche, Herr George Tardy, begeistert mitsang. Mitreisende und sonstige Kirchenbesucher waren ergriffen sowohl von diesem Gesang als auch von dem zweisprachigen (ungarisch und deutsch) abgehaltenen Gottesdienst. Budapest ist, wie Herr Tardy sagte, eine „deutschsprachige“ Stadt, da fast jeder Zweite diese Sprache versteht.

Als „Belohnung“ war das Abendessen im Restaurant Matyas-Pince in der Altstadt an der Kettenbrücke bestellt. Bei schluchzenden Geigen und Walzer- sowie Zigeunerweisen kam die rechte Stimmung auf und manchem kam die Rückkehr ins Hotel viel zu früh vor.
Doch der nächste Tag sollte sehr lang werden.

Durchs schöne Ungarnland

Nach dem ausgiebigen Frühstück ging es ins schöne Künstlerstädtchen Szentendre, wo nach der Stadtführung Zeit für einen Einkaufsbummel bestand. Dort gab es jede Menge Paprika und sogar Paprikaschnaps, aber auch andere Souvenirs erfreuten die Hennefer. Die Fahrt führte weiter zum „Donauknie“ nach Visegrad, wo der Blick von der hochgelegenen Burgruine einen phantastischen Blick über auf das Donauknie selbst bot. Nach dem Mittagessen führte die Fahrt nach Esztergom, in deren berühmter Basilika einst König Stephan vom Papst gekrönt wurde.
Auch dort sang der Chor vor vielen Besuchern Gott zur Ehre und den Menschen zur Freude.

Bei den Donauschwaben in Tarján

Ein besonderes Erlebnis wurde der Besuch bei den Donauschwaben in Tarján. Trotz Regens wurden die Reisenden von der Jugendblaskapelle des Tarjáner Musikvereins an der Ortskirche empfangen, in der auch der Chor wieder mit dem gefühlvollen „Sancta Maria“ einen sehr guten Eindruck hinterließ. Von György Strehli, dem Vorsitzenden des Musikvereins und der jungen Deutschlehrerin Anita Martin, im Namen des Bürgermeisters begrüßt. Von ihnen erfuhren wir viele Dinge über die Donauschwaben, die vor mehr als zweihundert Jahren dort angesiedelt wurden und ihr (schwäbisches) Deutschtum erhalten haben.
Dies dokumentierte sich u.a. in einem Chorbeitrag mit alten deutschen Volksliedern des gemischten Chors Tarjáns in der Stadthalle, wo schließlich ein toller gemütlicher Abend seinen Lauf nahm. Die Concordia erwiderte die musikalischen Grüße mit dem „Ungarischen Tanz Nr. 5 und dem Volkslied „Wenn alle Brünnlein fließen“, das vom ganzen Saal mitgesungen wurde. Der Bürgermeister selbst grüßte die Reisegruppe und übergab dem Vorsitzenden Helmut Walterscheid ein Buch über Tarján sowie einen Steinkrug.

Das von den Frauen des Ortes zubereitete Abendessen war delikat: es gab Sauerkraut, sehr schmackhaft zubereitet, Schweinsbraten, Knödel und selbstgebackenen Kuchen. Auch die verwöhntesten Hennefer Hausfrauen waren begeistert.
Dazu wurde reichlich Weiß- und Rotwein aufgetischt, was so manchen Sänger nebst Begleitung zu überaus launigem Verhalten verleitete. Die Stimmung steigerte sich bei den Klängen der „Tarjáner Spitzbuam“, einer ausgezeichneten Blaskapelle, die schon mehrmals auch in Deutschland gastierte und alle zum Tanz verleitete.
Nach einigen fröhlichen Stunden, in denen auch in persönlichen Gesprächen manche Freundschaften geschlossen wurden, mussten sich die Hennefer dann schweren Herzens verabschieden und die Rückfahrt nach Budapest antreten. Doch in den beiden Reisebussen wollte keine Ruhe einkehren. Lange noch erklangen die Weinlieder in wehmütiger Erinnerung an die zurückgelassenen neuen Freunde in Tarján. 

In Eger

Eine der schönsten Barockstädte Ungarns und 1000jährige Bischofsresidenz erwartete die Reisenden am nächsten Tag. Die wunderschöne Basilika konnten die Sänger natürlich auch nicht ohne einige Chorsätze verlassen.

Nach Stadt- und Burgbesichtigung ging es in die „Hügel von Erlau“. Hier entsteht der weltbekannte „Egri bikaver“, das Erlauer Stierblut. Bei einer ausgiebigen Weinprobe und einem dazu passenden landestypischen Imbiss erklangen wieder einmal die bekannten Zigeunerweisen eines Streicherensembles. Ein besonderes Erlebnis bescherten uns die jungen Männer, die sich dem Weinausschank widmeten: aus einer Entfernung von fast einem Meter „schossen“ sie den Wein mit einem Weinheber zielgerecht in die Weingläser; auf besondere Aufforderung eines Hennefer Sängers sogar genau in seinen geöffneten Mund!
Zum Dank für die tolle Atmosphäre im Weinkeller erwarben einige Mitreisende noch einige Flaschen Wein für den Rückweg nach Budapest, kein Wunder, dass alle in bester Stimmung wieder am Hotel in Budapest ankamen.

In der Puszta

Am letzten Tag ging es in die Große Tiefebene, die Puszta. Bereits am Eingang wurden die Busse von Reitern empfangen und bis zu einem modernen Hotelkomplex geleitet. Dort fand die Begrüßung durch die Csikos (Hirten) mit Käsegebäck und einem Schnaps statt. In Kutschen ging es dann tief in die Puszta zu einem alten Bauerngehöft, wo man sich um viele Jahre in die Vergangenheit versetzt fühlte. Hier lebten wahrlich noch frei laufende Hühner, Kühe und Schweine auf Wiesen und Feldern; im Garten wuchsen Kräuter, Obst und Gemüse. Freundliche Bauersleute tischten kühlen Wein auf und boten Gewürze, selbst gemachte Marmelade und vieles andere aus eigenem Anbau an.

Ein Erlebnis ganz besonderer Art waren die Vorführungen der Reitkünste einheimischer Csikos. Wie verwachsen erschienen Pferde und Reiter ob bei Einzelvorführungen oder bei der sog. Fuchsjagd. Den Höhepunkt bot ein junger Csiko, der allein auf zwei Pferden stehend, weitere acht (!) Pferde im wilden Galopp durch den Sand der Puszta lenkte.
Begeisterter Applaus belohnte diese und alle weiteren Vorführungen. Dagegen fielen die abschließenden Versuche einiger Henneferinnen und Hennefer, selbst auf dem Rücken der Pferde das Glück der Erde zu suchen, recht kläglich aus.

Beim herzhaften Mittagessen mit Kesselgulasch, gemischte Platten mit Gänsebraten, paniertem Hühnchen und Pilzköpfen, Bauernsalat und leckerem Dessert gab es wiederum sehr viel Weiß- und Rotwein, was wie immer begeistert registriert wurde. Aber daneben wurde auch Mineralwasser und Kaffee angeboten. Selbst gemachter Wein wurde wiederum als Reiseproviant mitgenommen; denn so meinte ein Mitreisender, „Die Zeit verrinnt, wie schnell ist nichts getrunken!“

Abschied von Budapest

Zurück in Budapest erwartete ein weiteres beeindruckendes Erlebnis die Reisegruppe: eine abendliche Lichterfahrt mit dem Schiff auf der Donau! 
Was für ein Anblick: blau und rotglühender Abendhimmel, der erleuchtete Burgberg, die Lampionreihen an der Kettenbrücke, das strahlende Parlamentsgebäude, und wie bestellt, ein Feuerwerk am Donauufer! Stimmungsvoller und schöner konnte der Abschiedsabend von dieser herrlichen Stadt nicht sein.

Und so verabschiedeten sich dann am nächsten Morgen alle dankbar von den beiden sympathischen Fremdenführerinnen, die es verstanden haben, Ungarn ein wenig näher an Hennef „heranzurücken“.

Auf der Rückfahrt übernachtete die Reisegesellschaft in Deggendorf, wo Hennefs Altbürgermeister Emil Eyermann sie bereits am Hoteleingang mit zwei Flaschen Berwurz willkommen hieß. Er verbrachte seinen Urlaub in der Nähe und hatte es sich nicht nehmen lassen, seine Hennefer Concordia in Bayern zu begrüßen. Ein Abstecher nach Vilshofen, wo im Wirtshaus Zur Wurzen deftig gespeist wurde, brachte als weitere Überraschung ein tolles Feuerwerk: Donau in Flammen!

Die Rückkehr nach Hennef am kommenden Morgen verlief wie immer in der Concordia-Familie: in bester Harmonie und bei fröhlichem Gesang. Die mitgebrachten Weine sowie Brot, Käse, ungarische Paprikawurst etc. wurden bei den Pausen fröhlich verzehrt und alle waren sich einig:

Das war eine rundum tolle Chorreise der Concordia im Jubiläumsjahr!